Ferdinand Piëch
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[bearbeiten] Person
Der am 17.04.1937 in Wien geborene Ferdinand Karl Piëch, auch Ferdinand K. Piëch genannt, ist Miteigentümer von Porsche, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Volkswagen AG und Aufsichtsratsmitglied von Porsche.
Als Mitinhaber der Porsche Holding OHG in Salzburg und der Dr.Ing. h.c. F. Porsche AG in Stuttgart (13% der stimmberechtgten Aktien) verfügt Piëch über ein beträchtliches Vermögen. Ferdinand Piëch gilt als der einflußreichste Mann bei Porsche und VW.
Ferdinand Piëch ist ein Enkel von Ferdinand Porsche, dessen Tochter Louise den Wiener Anwalt Anton Piëch heiratete. Ferdinand Piëch schirmt sein Privatleben streng ab, ihm wird jedoch nachgesagt, dass er dreizehn Kinder von vier verschiedenen Frauen haben soll.
Ferdinand Piëch ist Legastheniker und versucht diese Unzulänglichkeit durch einen besonders herrischen und autokratischen Führungsstil auszugleichen.
[bearbeiten] Ausbildung
Nach dem Studium des Maschinenbaus an der ETH Zürich, in seiner Diplomarbeit befasste er sich mit der Entwicklung eines Formel-1-Motors, begann 1963 seine Karriere bei seinem Onkel Ferry Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. 1972 ging Ferdinand Piëch zur VW-Tochter Audi nach Ingolstadt, 1975 wurde er in den Vorstand berufen und avancierte 1983 zum stellvertretenden Vorsitzenden. 1988 wurde Ferdinand Piëch Chef von Audi, wo er maßgeblicher Gestalter des Markenbildes war. Entscheidende Innovationen waren unter anderem ein permanenter Allradantrieb ("Quattro") und der TDI-Motor.
[bearbeiten] Karriere
Am 01.01.1993 wurde Ferdinand Piëch Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG in Wolfsburg und holte Jose Ignacio Lopez de Arriortua von General Motors zu VW, mit dessen für die Zulieferbetriebe sehr belastendem Kostensenkungsprogramm der Konzern zwar kurzfristig finanziell saniert wurde, sich aber erhebliche Qualitätsprobleme einhandelte. López geriet dann jedoch unter den Verdacht der Industriespionage und verließ 1996 Volkswagen. Bis 2002 war Ferdinand Piëch Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, heute ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates von VW.
[bearbeiten] Leistungen
Der sich selbst gerne als führende Automanager Deutschlands darstellende Ferdinand Piëch gilt in Wirtschaftskreisen als besonders harter Hund und brillanter Techniker, der auch schwierige Situationen meistert. Dass er dabei weniger das Unternehmen, für das er arbeitet, oder gar den Automobilstandort Deutschland im Blick hat, Taschen, wird dabei leicht vergessen.
[bearbeiten] Gesamtbewertung
Während Ferdinand Piëch die Interessen der Firmen, bei denen er Miteigentümer in nennenswertem Umfang ist, also namentlich Stuttgarter Porsche AG und der Salzburger Porsche Holding OHG, immer sehr erfolgreich vertreten hat, war sein Wirken bei VW, wo er nur indirekt über Porsche Miteigentümer in geringem Umfang ist, leider aus Sicht von VW nicht von Erfolg gekrönt. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich bei VW die Unternehmenskultur von Korruption und Selbstbedienung, in deren Rahmen die für Porsche besonders vorteilhaften Verträge von Ferdinand Piëch mit sich selbst kaum noch auffielen.
[bearbeiten] Wirken als Eigentümer von Porsche
Nach dem für Porsche segensreichen Wirken von Ferdinand Piëch als Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, besteht das Geschäftsmodell von Porsche im wesentlichen aus dem Aufpolieren von billig eingekauften VW-Teilen. Porsche verkauft Autos aus VW-Teilen, die mit einem überdimensionierten Motor, einem lauten Auspuff, breiten Reifen und einer nicht so billig wirkenden Inneneinrichtung versehen wurden, im Hochpreissegment. Da Ferdinand Piëch die Verträge mit VW praktischerweise quasi gleich mit sich selbst ausgehandelt hat, sind die Verträge mit VW so ausgestaltet, dass Gewinne bei Porsche privatisiert werden, während die Kosten nach Möglichkeit bei VW sozialisiert werden.
[bearbeiten] Wirken als Vorstandsvorsitzender von VW
Piëchs Amtszeit als Vorstandsvorsitzender bei Volkswagen ist geprägt durch den Einstieg ins Luxussegment und die Höherpositionierung sämtlicher Baureihen. Der Kauf von Rolls-Royce & Bentley Motor Cars vom Rüstungskonzern Vickers erwies sich als problematische Investition. Da die Namensrechte an Rolls-Royce indirekt bei BMW lagen, musste Volkswagen die prestigeträchtige Marke Rolls-Royce an BMW verkaufen und konnte nur den Markennamen Bentley nutzen.
Das Oberklassemodell Phaeton und der Kauf und Aufbau der Luxusmarke Bugatti erwiesen sich als Misserfolg und kosten Volkswagen jährlich größere Beträge.
Obwohl die Entwicklung schon weit fortgeschritten war, wechselte Ferdinand Piëch beim wichtigen Mittelklassemodell Passat von einer am VW Golf orientierten Plattform auf die des Audi A4 und somit vom Quereinbau des Motors zum Längseinbau, um auch in dieser Klasse Fahrzeuge mit mehr als sechs Zylindern anbieten zu können. Mit enormem Aufwand wurde eigens für diesen Zweck ein Achtzylindermotor in W-Form entwickelt. Dieses W8-Modell wurde selten verkauft, der Motor wurde in keinem anderen Konzernmodell eingesetzt und die Produktion anschließend eingestellt. Der aktuelle VW Passat ist, wie auch das bis 1996 gebaute Modell, wieder ein Quermotorfahrzeug.
Darüber hinaus führte die Sparpolitik unter Piëch und López zu erheblichen Qualitätsproblemen, insbesondere bei den VW Golf IV der ersten Produktionsjahre (Zahnriemenschäden, Motorvereisung, Karosseriemängel), die durch hohe Gewährleistungskosten noch heute den VW-Konzern belasten und zu Imageproblemen führten.
[bearbeiten] Wirken als Aufsichtsratsvorsitzender von VW
Damit sein Nachfolger Bernd Pischetsrieder auch wirklich keine Chance hat, das von ihm entwickelte vertragliche Gestrüpp zugunsten von Porsche in auch für VW nicht nachteilige Verträge umzuwandeln, wechselte Ferdinand Piëch nach seinem Ausscheiden als Vorstandsvorsitzender auf den Posten des Vorsitzenden des Aufsichtsrates. In dieser Funktion versuchte er bereits, den Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder beispielsweise dadurch öffntlich zu demontieren, dass er öffentlich kolportierte, die Arbeitnehmervertreter würden nicht hinter Bernd Pischetsrieder stehen.
[bearbeiten] Mobbing
Wesentliches Stilmittel des Managements von Ferdinand Piëch ist systematisches Mobbing von unliebsam gewordenen Mitarbeitern, mit dem es ihm gelang, ein Klima der Angst um sich herum aufzubauen.
[bearbeiten] Strafanzeige gegen Piëch
Hans-Joachim Selenz hat im Frühjahr 2007 Strafanzeige gegen Ferdinand Piëch wegen des Verdachts der Untreue erstattet. Ferdinand Piëch hat über seinen Anwalt Matthias Prinz die Verbreitung der Strafanzeige durch das LG Berlin verbieten lassen. Leser finden die Strafanzeige deshalb nicht mehr auf der Webseite von Hans-Joachim Selenz, sondern müssen sie durch eine Suche nach Strafanzeige gegen Piëch im Google-Cache, bei Zorro7000 oder auf anderen Seiten aufspüren.
Am 26.11.2007 auch NDR Online von Anhaltspunkten für eine "Mitkenntnis" Piëchs:
"Was wusste der frühere VW-Vorstandschef Ferdinand Piëch und jetzige Aufsichtsratsvorsitzende von der VW-Affäre um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten? Dieser Frage will die Staatsanwaltschaft erneut nachgehen. Im Prozess gegen Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert und den früheren Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vor dem Landgericht Braunschweig beantragte die Staatsanwaltschaft am Montag deshalb die Vernehmung von drei weiteren Zeugen, darunter Ex-Finanzvorstand Bruno Adelt und der heutige Audi-Chef Rupert Stadler. Es gebe Anhaltspunkte für eine "Mitkenntnis" Piëchs."
Weiter berichtete NDR Online in dem Artikel vom 26.11.2007:
"Adelt soll der Staatsanwaltschaft zufolge Piëch zwischen 1997 und 2002 auf eine ominöse Kostenstelle hingewiesen haben, unter der etwa Lustreisen abgerechnet wurden. Daraufhin soll Piëch dem damaligen Leiter seines Sekretariats, Stadler, eine Überprüfung der Kostenstelle angeordnet haben. Oberstaatsanwalt Ralf Tacke sagte, es sei "lebensnah", dass Piëch über ein Ergebnis der Überprüfung informiert worden sei."
[bearbeiten] Mobbing bei Porsche
Bei Porsche gilt seit eh und je die Devise, dass Mitarbeiter, die kritische Fragen stellen oder gar aufmüpfig sind, möglichst schnell rausgeekelt werden. Weitere Informationen zu Mobbing bei Porsche gibt es zum Beispiel beim Solikreis Porschekollegen.
[bearbeiten] Mobbing bei VW
Unter der Ägide von Ferdinand Piëch entwickelte sich bei VW Mobbing in Perfektion. Dadurch, dass Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre durch von VW finanzierte Besuche bei Prostituieren korrumpiert waren, und dadurch, dass VW in Niedersachsen umfangreichen Einfluß auf Politik und Justiz hat, gelang es Ferdinand Piëch, sämtliche Kontrollmechanismen zur Wahrung von Arbeitnehmerrechten auszuhebeln. Weitere Informationen zum Mobbing bei VW gibt es zum Beispiel beim Mobbing-Gegner Detlev Lengsfeld.
[bearbeiten] Mobbing bei Audi
Als Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns war Ferdinand Piëch für die Entlassung einiger Manager, sowohl bei Volkswagen als auch insbesondere bei der zum VW-Konzern gehörenden Tochter Audi, maßgeblich verantwortlich.
Zu erwähnen sind der Audi-Chef Franz-Josef Kortüm, der 1993 schon nach 13 Monaten verabschiedet wurde, weil Piëch mit den Absatzzahlen nicht zufrieden war. Dabei soll Audi zuvor unter Piëch auf Halde produziert haben. Auch der Nachfolger Herbert Demel musste den Posten nach wiederholten Auseinandersetzungen mit Piëch bald wieder räumen. Der nächste war Franz-Josef Paeffgen. Ihn hatte Piëch 2001 pikanterweise über ein Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung indirekt entlassen, in dem er den „Stillstand” bei Audi kritisiert hatte. FAZ: Die Intrigen des Porsche-Enkels.
[bearbeiten] Mobbing als Aufsichtsratsvorsitzender
Auch die Diskussion im Jahr 2006 um die Zukunft des VW-Vorstandschefs Bernd Pischetsrieder, der einst von Piëch als dessen Nachfolger aufgebaut wurde, wurde von einer Aussage Piëchs angestoßen. Dieser stellte im Februar 2006 öffentlich die Unterstützung Pitschetsrieders seitens der Arbeitnehmervertretung im Aufsichtsrat von VW in Frage.
[bearbeiten] Bücher
- Ferdinand Piëch, Auto. Biographie; 2002 (ISBN 3455093361)
- Rita Stiens, Ferdinand Piëch. Der Automacher; 2001 (ISBN 3548700276)
- Jürgen Grässlin, Techniker der Macht
[bearbeiten] Weblinks
NDR Online am 26.11.2007: Piëchs Rolle in VW-Affäre wird neu beleuchtet
Mein Parteibuch am 16.11.2007: Ein bemerkenswerter Brief von Ferdinand Piëch
Mobbing-Gegner am 16.11.2007: Sensation im Volkert-Prozess: Verteidiger legt Brief von Piëch vor
Zorro7000 am 21.09.2007: Strafanzeige gegen Piëch
Buskeismus am 21.09.2007: Prof. Piech vs. Prof. Dr. Ing. Selenz - Dürfen Strafanzeigen veröffentlicht werden? (einschließlich der Strafanzeige gegen Piëch zur Dokumentation des Streitgegenstandes)
Mein Parteibuch am 19.09.2007: Piëch gegen Selenz morgen im LG Berlin
ARD am 23.05.2007: Die Macht, die Gier und der Größenwahn - Wie der Milliardär Piech und der Schmied Volkert VW beherrschten
Stefan Klein am 08.12.2006 in der SZ: Der Herbst des Auto-Kraten
Mein Parteibuch am 25.06.2006: Wußte Ferdinand Piëch von Nutten auf Kosten der Firmenkasse?
Mein Parteibuch am 25.06.2006: Solikreis für gemobbte Kollegen bei Porsche
Newsclick vom 24.06.2006: Piëch baut seine Macht bei Volkswagen aus und der Leserbrief vom Mobbing-Gegner
Tagesspiegel am 28.11.2005: „Piëch gegen Pischetsrieder“
Solidaritätskreis für die gemaßregelten Kollegen bei Porsche in Zuffenhausen: Solikreis Porschekollegen