Klaus Volkert
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[bearbeiten] Person
Klaus Volkert, geboren am 24.11.1942 in Braunschweig, ist ein deutscher Gewerkschafter, Mitglied der IG Metall und ehemaliger Betriebsratschef bei Volkswagen. Klaus Volkert ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Kindes.
[bearbeiten] Berufslaufbahn
Klaus Volkert begann seine Berufslaufbahn mit einer Lehre als Schmied. 1969 ging er als Mechaniker zu VW nach Wolfsburg, bereits ein Jahr später wurde er Vertrauensmann der IG Metall. 1978 wurde er erstmals in den Betriebsrat von VW gewählt. 1990 wurde Klaus Volkert Vorsitzender des Betriebsrats der Volkswagen AG. Im gleichen Jahr wurde er auch Mitglied im VW-Aufsichtsrat. Er war als Betriebsratsvorsitzender auch Gründungsmitglied des Volkswagen-Europa-Konzernbetriebsrats, dessen Präsident er 1992 wurde. Weiterhin war er Gründungsmitglied des Volkswagen-Welt-Konzernbetriebsrats, dessen Präsident er 1999 wurde.
Am 30. Juni 2005 trat Klaus Volkert überraschend von seinem Amt als Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der VW AG zurück. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es Diskussionen um eine mögliche Verwicklung von Volkert in die VW-Affäre, dies wurde allerdings von VW und der IG Metall bestritten. Zuvor war ihm nach Pressebereichten schon von VW-Mitarbeitern eine zu große Nähe zu VW-Vorständen vorgeworfen worden. (Arbeitnehmervertreter mit Manager-Allüren)
[bearbeiten] Leistungen
[bearbeiten] Lohnverzicht durchgesetzt
Als Betriebsratsvorsitzender gestaltete Klaus Volkert vor allem neue Konzepte zur Beschäftigungssicherung mit, die bundesweit Aufmerksamkeit erregten. So wurde 1993 die „Vier-Tage-Woche“ eingeführt, bei der die beteiligten VW-Mitarbeiter auf ca. 15% ihres Lohns verzichteten und wodurch 30.000 Arbeitsplätze gesichert wurden. 2001 wurde bei VW das Projekt „5000 mal 5000“ eingeführt. Damit wurden 5000 Neueinstellungen deutlich unter dem VW-Haustarif der IG Metall möglich, die Produktion des neuen VW Touran blieb in Deutschland.
[bearbeiten] VW-Affäre
[bearbeiten] Rücktritt
Im Juli 2005 wurde eine Bestechungsaffäre im VW-Konzern bekannt, die sich zunächst um Korruption bei der VW-Tochter Škoda drehte. Ein Manager der Tochtergesellschaft hatte Zulieferverträge mit Firmen abgeschlossen, an denen er selbst beteiligt war (Tarnfirmen). Auch Klaus Volkert soll daran beteiligt gewesen sein. Bald weitete sich die Affäre auf Gefälligkeiten und Vergnügungsreisen aus, mit denen Betriebsratsmitglieder zum Wohlverhalten gekauft wurden. Verwickelt war darin auch VW-Vorstand Peter Hartz.
[bearbeiten] Ermittlungsverfahren
Gegen Hartz und Volkert wurden schließlich Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue bzw. der Beihilfe zur Untreue eingeleitet. Peter Hartz wurde am 25. Januar 2007 zu einer Strafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 576.000 Euro (entsprechend 360 Tagessätzen à 1.600 Euro) verurteilt. Klaus Volkert soll über Peter Hartz von 1994 bis 2005 zusätzlich zu seinem Gehalt sogenannte Sonderbonuszahlungen von rund 1,95 Millionen Euro erhalten haben, ohne dass dies bei VW offen gelegt worden war. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2004 soll Peter Hartz an die damalige langjährige Geliebte von Klaus Volkert, der Brasilianerin Adriana Barros Barauszahlungen in Höhe von knapp 400.000 Euro freigegeben haben, als Auslagen für „Betriebsratsprojekte“.
[bearbeiten] Inhaftierung
Aufgrund von Verdunklungsgefahr erwirkte die Staatsanwaltschaft Braunschweig schließlich am 21. November 2006 gegen Klaus Volkert einen Haftbefehl. Gegen Klaus Volkert und seinen Anwalt Peter-Michael Diestel wurden zudem Vorwürfe erhoben, sie hätten dem früheren Hartz-Mitarbeiter und Belastungszeugen Klaus-Joachim Gebauer finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt, wenn er seine früheren Aussagen abschwäche. Am 12. Dezember 2006 wurde der Haftbefehl gegen Klaus Volkert aufgehoben. Es bestehe keine weitere Verdunkelungsgefahr, da Volkert vor dem Ermittlungsrichter ein glaubwürdiges umfassendes Geständnis abgelegt habe.
[bearbeiten] Belastung von Ferdinand Piëch
Im Prozesstermin konnte Klaus Volkert am 15.11.2007 einen von Ferdinand Piëch und Peter Hartz Brief vorweisen, aus dem hervorging, dass Ferdinand Piëch eine Besserbehandlung von Klaus Volkert genehmigt hatte. Das war vor allem deshalb bemerkenswert, weil Peter Hartz durch seine Anwälte hatte gestehen lassen, er habe die Sonderzuwendungen an Klaus Volkert allein zu verantworten, sich dafür verurteilen ließ und Ferdinand Piëch damit reinwusch. Ferdinand Piëch hat stets abgestritten, irgend etwas von einer Vorzugsbehandlung oder von Prostituierten auf Firmenkosten gewusst zu haben. Klaus Volkert sagte auch in einer ARD-Sendung vom 23.05.2007, dass es bei VW sehr wenig gab, was Piëch nicht wusste.
[bearbeiten] Haftstrafe
Trotz der "Mauer des Schweigens"[1] erhielt Klaus Volkert von Richterin Gerstin Dreyer eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ohne Bewährung. Sein Verteidiger deutete einen Gang in die Revision an[2].
[bearbeiten] Auszeichnungen
Klaus Volkert ist Träger des Niedersächsischen Verdienstordens und des Bundesverdienstkreuzes sowie Ehrendoktor der TU Braunschweig. Er erhielt Grad und Würde eines Doktors der Staatswissenschaften Ehren halber (Dr. rer. pol. h.c.) "in Anerkennung seiner herausragenden innovativen Leistung bei der Weiterentwicklung der industriellen Beziehungen sowie bei der Gestaltung moderner Betriebs-, Arbeits- und Unternehmensstrukturen".
[bearbeiten] Quellen
- ↑ Kristina Spiller am 21.02.2008 in der FTD: » Mauer des Schweigens «
- ↑ FTD am 22.02.2008: Ex-VW-Betriebsratchef Volkert muss ins Gefängnis
[bearbeiten] Weblinks
Mein Parteibuch am 16.11.2007: Ein bemerkenswerter Brief von Ferdinand Piëch
Mobbing-Gegner am 16.11.2007: Sensation im Volkert-Prozess: Verteidiger legt Brief von Piëch vor
ARD am 23.05.2007: Die Macht, die Gier und der Größenwahn - Wie der Milliardär Piech und der Schmied Volkert VW beherrschten
NDR am 19.11.2006: Kleinkrieg in VW-Affäre zwischen Gebauer und Volkert
Autokiste am 16.09.2001: Vorsitzender des VW-Gesamt-Konzernbetriebsrats erhält Verdienstorden