Michael Naumann
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[bearbeiten] Person
Michael Naumann, geboren 1941, ist ein Journalist, der derzeit als Herausgeber der Zeit beurlaubt ist und Politiker der Partei SPD, der bei der Bürgerschaftswahl 2008 für die SPD als Spitzenkandidat antritt.
[bearbeiten] Bundesnachrichtendienst
Michael Naumann heiratete 1970 mit Christa Wessel eine Tochter von Gerhard Wessel, der von 1968 bis 1978 Präsident des Bundesnachrichtendienstes war, und hatte als Schwiegersohn fortan stets beste Informationen.
[bearbeiten] Familie
Aus erster Ehe hat Michael Naumann zwei Kinder. Sein Sohn Felix arbeitet dem Stern 12/2007 zufolge als Informatikprofessor in Potsdam und Michael Naumann ist seit 2005 in zweiter Ehe mit der Ärztin Marie Warburg, einer Tochter des Hamburger Bankiers Eric M. Warburg, verheiratet.
[bearbeiten] Karriere
Nach dem Ende seines Studiums der Politik, Geschichte und Philosophie in Marburg und München 1969 arbeitete er beim Münchner Merkur unter Chefredakteur Kurt Wessel[1], der angeblich ein BND-Verbindungsmann sein soll, und gründete das Männermagazin M, bevor Gerd Bucerius ihn 1970 zur Zeit nach Hamburg holte.
[bearbeiten] Connection zur CIA
Laut Christiane Schulzki-Haddouti hatte Michael Naumann 1979 nach Angaben der Zeit die ursprünglich von der CIA-Tarnorganisation Congress for Cultural Freedom (CCF) zur Kontrolle der Kultur finanzierte Zeitschrift Der Monat mit Hilfe seines Mentors Melvin Joseph Lasky wiederbelebt.
[bearbeiten] Holtzbrinck
Ab 1981 arbeitete Michael Naumann dann jedenfalls für den Spiegel. 1985 übertrug Dieter von Holtzbrinck Michael Naumann die Verlagsleitung der Rowohlt Verlage. 1995 ging er nach New York, um dort zunächst den Verlag Metropolitan Books und dann Henry Holt zu leiten.
[bearbeiten] Kulturminister
Im Oktober 1998 holte Bundeskanzler Gerhard Schröder Michael Naumann zu sich ins Bundeskanzleramt, wo er kurze Zeit später Staatsminister für Kultur und Medien wurde. Im Januar 2001 wechselte Michael Naumann als Herausgeber zur Zeit nach Hamburg, wo er gemeinsam mit Josef Joffe bis zum 2004 auch Chefredakteur war. Seit 2005 gibt Michael Naumann gemeinsam mit Tilman Spengler die von der Zeit übernommene Zeitschrift Kursbuch heraus.
[bearbeiten] Verleumdung
Christiane Schulzki-Haddouti schreibt bei Telepolis 1998: In einem von einer Hamburger Anwaltskanzlei verfaßten Schreiben an den Verlag Kiepenheuer & Witsch heißt es "die Behauptung, unser Mandant habe in den Termini eines anderen Geheimdienstes - als "informeller Mitarbeiter" - für den BND gearbeitet" sei "infam". Erich Schmidt-Eendorf hatte geschrieben: "Auf der BND-Aufstellung vom März 1970 stand der damals 29jährige noch als Redakteur der Zeitschrift "M" in München (...) unter dem Decknamen NORDDORF. Geführt wurde der angebliche "Zufallskontakt" vom Dienststellenleiter 923 ELZE selbst."
[bearbeiten] Kosovo
Otto Köhler schrieb 2003 in Freitag[1] von einer Connection zum Kosovokrieg[2]:
"Sie glaubten immer an das, was sie taten. Michael Naumann, bald Mitherausgeber (der Zeit), aber damals noch Kulturstaatsminister des ersten bundesdeutschen Kriegskanzlers Schröder, eilte zum fünfzigjährigen Gedenktag ("Freiheit in die Offensive") für den 1951 von der CIA arrangierten und finanzierten "Kongress für die Kulturelle Freiheit" nach Berlin-Dahlem. Dort würdigte er vor den Veteranen eben diesen CIA-Kongress vor 50 Jahren "als einen der Faktoren, die den NATO-Einsatz im Kosovo ermöglicht" hatten. Naumann war 1979 der letzte Herausgeber des Monat (auch vom BND geführt unter dem Decknamen "Norddorf"), musste aber Schluss machen, weil die Finanzspritzen so nicht mehr funktionierten."
[bearbeiten] Beleidigend
2004 wurde Naumann wegen Beleidigung des Staatsanwalts Karge zu einer Geldstrafe von 9.000 Euro verurteilt. Am 22. Juni 2003 hatte Naumann in einer Sendung des Senders n-tv zum Skandal um Michel Friedman den ermittelnden Staatsanwalt als "durchgeknallt" bezeichnet.
In der Zwischenzeit hat Naumanns Anwalt Einspruch beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingelegt: eine Entscheidung steht noch aus (ungeprüfte Nachricht).
Zu Schmidt-Eenboom schreibt ein Parteibuch-Lexikon-Leser ohne Quellenangabe: Der Autor Schmidt-Eenboom, so stellt sich heraus, war ein Honorarempfaenger des BND und hatte mehrere Decknamen. Seine Darlegungen sind mithin als interessengelenkte Behauptungen aus dem Inneren Kreis des Nachrichtendienstes interpretierbar.
Diese absurde "Information" dürfte ein Versuch des BND sein, Schmidt Eenboom zu diskreditieren. Schön zu wissen, dass der BND mitliest und mitmischt.
[bearbeiten] Wahlkampf mit Zensur
Wie beim Besitzstandswahrer berichtet wird, setzt Michael Naumann im Wahlkampf 2007 auf die Segnungen der Hamburger Zensur, um Horst Bethge von der Linken Äußerungen zu verbieten:
"Das es sich bei diesen Aussagen um eine Wiedergabe von Außerungen Schmidt-Eenbooms aus seinem Buch Undercover (Danke Herr ZAF!) handelt ist wohl ein Gerücht. Ganz sicher hat diese Geschichte, die da den Herrn Michael Naumann stört, auch nichts mit dem Mitarbeiter des BND mit dem Decknamen "NORDDORF" zu tun, der angeblich für die Wochenzeitung "Die Zeit" arbeitet. Und ganz sicher wird die Wahrheit vor Gericht Bestand haben - ganz sicher."
Eine Dokumentation des juristischen Vorgehens von Michael Naumann gegen Horst Bethge im pdf-Format findet sich hier: www.usaupload.net/d/sj7y31d3ky3
[bearbeiten] Zitate
"Wir sind die Partei von Helmut Schmidt, wir koalieren nicht mit Links"[3]
[bearbeiten] Quellen
- ↑ Otto Köhler am 08.08.2003 in Freitag: Deckname Dorothea
- ↑ Mein Parteibuch am 22.01.2008: 25 Jahre Haft für Ramush Haradinaj gefordert
- ↑ Zitiert nach Johannes Kahrs im NDR am 26.02.2008: "Ein Parteivorsitzender muss klare Ansagen machen"
[bearbeiten] Links
Mein Parteibuch am 31.10.2007: Michael Naumann, Geheimdienste und Zensur im Wahlkampf
Besitzstandswahrer am 27.10.2007: Michael Naumann klagt gegen Horst Bethge
Besitzstandswahrer am 26.06.2007: Sachen gibt's
Ulrike Posche im Stern 12/2007: Der Hamburger Michael
Mein Parteibuch am 07.03.2007: Michael Naumann soll es nun machen
newsgroup z-netz.datenschutz.spionage: Das heimliche Auge des BND
Telepolis 1998 - Interview von Christiane Schulzki-Haddouti mit Erich Schmidt-Eenboom: Am Nasenring des BND?
Christiane Schulzki-Haddouti in Telepolis 1998: Michael Naumann geht gegen "Undercover" vor
Petra Kipphoff in Die Zeit 1998: Der Abenteurer
Promisichtung: Alle Sichtungen von Michael Naumann